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… noch einmal auf dem Ceresio

Sehr kurzfristig hatte ich mich entschlossen, am Wochenende ins Tessin zu reisen, obschon der Wetterbericht auch für den Sueden nicht gut war. Das Glueck belohnt die Mutigen – zumindest dieses Mal war es so. Zwischen Bellinzona und Lugano regnete es wirklich heftig und war entsprechend kalt (beim Tanken musste ich den Faserpelz aus dem Koffer holen), aber kaum war ich von der Autobahn auf die Strasse nach Morcote abgebogen, kam auch die Sonne wieder hinter den Wolken hervor.

Es war ein kurzes, aber intensives Wochenende. Am Samstagmorgen (nach zwei Stunden Unterricht) ins Tessin gefahren (ueber den San Bernardino, weil am Gotthard Stau war), am Montagmorgen wieder zurueck. Besuch bei Manu und Enrico, mit ihren neugeborenen Zwillingen, Paddeln mit Enrico von TiKayak, Blues-Konzert (Schlussevent von Bluestobop) in Morcote am Sonntagabend – ein richtiger Ausstieg aus dem Alltag. Wenn ich jetzt sehe, wie herbstlich es mittlerweile schon wieder ist in Zuerich, freu ich mich umso mehr, diesen Abstecher in den Sueden gemacht zu haben.

Damit es nicht allzu aufwendig wuerde, hatte ich darauf verzichtet, meinen Pilgrim aufs Dach zu laden, und bin stattdessen mit einem Northshore Aspect von Enrico gepaddelt. Zwar hatte ich im Kajak nicht wirklich viel Halt (das Problem, ein Mietboot zu fitten, ist noch weit entfernt von einer guten Loesung), dennoch ging es gar nicht mal schlecht mit dem Paddeln. Eine Eskimorolle haette ich ohne richtigen Halt sicher nicht geschafft, aber Kanten und seitwaerts Versetzen ging doch einigermassen.

A short, but intensive weekend on the Ceresio (Lake Lugano). For once I didn’t carry my own kayak on the car roof, but I seized the opportunity to paddle with one of Enrico’s boats, a Northshore “Aspect”. Even if  the fitting was far from ideal, the paddling itself was not so bad. I practised sculling draws, sweep strokes etc. We had a coffee “shakerato” in Italy at Porto Ceresio and lunch in Switzerland, at Morcote …

On Sunday evening the final event of “bluestobop” on Piazza Grande at Morcote near the lakeside, really pleasant … Maybe I’ll repeat this experience next year, paddling and music – a nice combination

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Ceresio 2012

Another weekend on the water, this time no rain and much sunshine! With Tikayak we explored the golfo of Agno (first day) and the stretto di Lavena (second day), both days starting from Morcote. And we also did a lot of paddling exercises (technique, rescue and so on). By the way: Ceresio = Lake Lugano

http://www.umapper.com/maps/view/id/133129/

click on the link above to see our route

If you are interested to see how a kayak rescue works, click on the link below:

http://www.youtube.com/watch?v=iOcAry8GxLg

Der oberste Link zeigt unsere Route(n) auf der zweitaegigen Tour,  jener darunter den Ablauf einer Rettungsuebung, wie wir sie unterwegs gemacht haben. Diesmal hatten wir Glueck mit dem Wetter, es war waehrend des ganzen Wochenendes warm und sonnig. Wie letztes Jahr um die gleiche Zeit waren wir auf dem Luganersee mit Enrico von TiKayak unterwegs. Dieses Mal zwei kleinere Touren: a) Golfo di Agno, und b) durch den “Stretto di Lavena” nach Ponte Tresa. Auf der italienischen Seite ausgiebige Kaffeepause gemacht (ich hatte eine sehr guten caffè shakerato, wie man ihn leider hier in Zuerich kaum bekommt).

Der Link unten fuehrt zu einer alten Postkarte mit dem Stretto di Lavena:

http://static2.akpool.de/images/cards/20/201885.jpg

click on the link to see an old postcard with the stretto di Lavena

Zum Abschluss des Wochenendes traf ich in Morcote noch drei Schulfreundinnen aus dem Tessin; Enricas Mann besitzt ein “Bootshäuschen” (darsena) – mit dem dazu gehoerenden Motorboot – direkt am See, in Morcote. Wer haette gedacht, dass ich nach dem Paddeln nochmals aufs Wasser gehen wuerde, dieses Mal mit Motor…! Anschliessend an die Bootstour verbrachten die vier Freundinnen, samt der Familie von Enrica, den Sommerabend am grossen Steintisch, mit Sommersalaten und Feinem aus dem Holzofen, und natuerlich mit  vielen Gespraechen, ueber heute und frueher.

Einbauten im Kajak – Fitting the kayak

Was vielleicht nicht alle wissen: ein Kajak bewegt man nicht mit den Armen allein, sondern der Rumpf und die Beine sind dabei stark beteiligt. Um effizient paddeln zu koennen, muss man festen Halt im Kajak haben. Das wird erreicht, indem die Oberschenkel unter die sogenannten Schenkelstuetzen geklemmt werden. Da bei mir das rechte Bein komplett fehlt, und das linke Bein verkürzt und in der Beweglichkeit eingeschraenkt ist, gibt es dabei natuerlich Schwierigkeiten. Ich muss (und musste auch frueher schon, damals im Slalom- und im Abfahrtsboot) Einbauten ins Boot machen. Zudem muss der Sitz nach vorne versetzt werden, da ich sonst zu wenig Gewicht vorne habe und das Kajak nicht gut auf dem Wasser liegt. Damals, vor etwa 30 Jahren, habe ich tagelang, mit Paddelkollegen, an diesen Einbauten herum gebastelt, meist mit Polyester, aber auch mit Gurten, Elektrikerrohren und anderen Materialien. Heute habe ich allerdings nicht mehr eine so gute Infrastruktur wie früher (damals hatte ich eine Riesenkueche im Erdgeschoss, in der genuegend Platz war, um mit Werkzeug am Boot zu arbeiten), und hab auch die Kontakte zu jenen Kollegen verloren. Abgesehen davon, dass viele, oder alle, wohl nicht mehr so ungebunden sind wie frueher. Zwar hat mir Georg (ein Seekajaker, mit dem ich auch schon auf dem Zuerichsee war) zu Beginn tuechtig geholfen (Einbau der vorgesetzten Schottwand), doch ist er beruflich dermassen eingespannt, dass ich ihn mit den restlichen Einbauten nicht behelligen mochte.

Zum Glueck bin ich bei meiner Suche, auf Umwegen, auf Matthias F. gestossen. Nicht nur ist er Orthopaede, er ist auch ein Tueftler – und vor kurzem hat er seine Firma (Orthomodul) nach Zuerich transferiert. Zudem hat er Verstaendnis fuer Leute die, trotz Einschraenkungen, auf sportlichem Gebiet etwas wagen wollen. Ohne seine Unterstuetzung waere ich heute noch lange nicht so weit mit meinem Kajak. Er hat, mit Geduld und Einfuehlungsvermoegen, technisch moeglichst unkomplizierte und funktionale Loesungen entwickelt, und das zu einem fairen Preis (solche Kosten muss ich ja vollumfaenglich aus der eigenen Tasche zahlen – das laeppert sich leicht einmal zu einer stattlichen Zahl zusammen).

Hier ein paar Bilder der Einbauten (aufs Bild klicken zum Vergroessern):

Uebrigens: ich werde nicht gesponsert, bin einfach froh um seine Hilfe gewesen – vielleicht nuetzt es ja mal jemand anderem, von ihm zu wissen…

As some of you perhaps know: in a kayak you don’t paddle with the arms only, but with the wole body including the legs. Knowing my limitations (right leg missing totally, the other one also shortened), there was the challenge of how to compensate these restrictions at least partly. Fortunately I came across Matthias Fausch from Orthomudul, who did all the fittings with a kind of Minicell, a solution as simple and as functional as possible. However it took a lot of time – and money (but for all his work the price was very fair). Being handicapped can definitely be very expensive, not only when you want to go kayaking … Beware: handicapped paddler have, depending on their disabilty, different problems, so any paddler has to find his or her own solutions.

I have one big problem left: I am not able to carry the kayak and to put it on the roof rack of my car. Any time I want to take my kayak some place, I have to organize help…


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