Zuerich – Meilen – Zuerich

Der Sommer geht dem Ende zu, ich werde vermutlich nur noch wenige Male mit dem Kajak aufs Wasser koennen. Die Paddelsaison ist, in unseren Breitengraden, kurz. Zumindest, wenn man – wie ic – aus verschiedenen Gruenden, ohne Trockenanzug paddelt. Das bedeutet, dass ich nicht mehr aufs Wasser gehen kann, wenn die Wassertemperatur unter 14 Grad Celsius faellt.

Nachdem sich der Morgen-Nebel gestern gegen 12 Uhr endlich gelichtet hatte, und ich zudem mal wieder einen freien Sonntag hatte, machte ich mich, mit dem ganzen Kajak-Kram (Paddel, Spritzdecke, Schwimmweste etc.) auf den Weg zum Trockenplatz. Ich wuerde ja gern oefter paddeln gehen, aber es hat sich herausgestellt, dass ich (zumindest wenn ich allein bin) fuer eine Ausfahrt mit fast einem halben Tag rechnen muss. Eine Dreiviertelstunde vom Zeitpunkt an, in dem ich zu Hause losziehe, bis ich das Boot ins Wasser hieven und lospaddeln kann – und eine gute Dreiviertelstunde, bis ich das Boot ausgewassert und verraeumt habe, und mit dem ganzen Material wieder zu Hause bin. Das lohnt sich nur, wenn ich weitere 1.5 Stunden Zeit zum Paddeln habe, insgesamt also mindestens drei Stunden.

In Anbetracht des vermutlich letzten Sonntags, an dem der See noch Badetemperatur (19 Grad Celsius) hat, wollte ich wieder mal eine groessere Ausfahrt machen. Es wurden dann etwa 25 km – ohne Halt! Das war nicht  so geplant, aber dort, wo ich das Kajak selbst aus dem Wasser für eine Pause haette hieven koennen, hatte es fuer meinen Geschmack zu viel Leute. Ausserdem wollte ich nicht zu spaet  heimkommen, und ich war ja so schon gut vier Stunden auf dem Wasser, immer dem (rechten) Seeufer entlang. Beim  Start, um die Mittagszeit, waren noch kaum Leute auf dem (und im) Wasser, die “Badis” (Strandbaeder) menschenleer. Bei der Rueckfahrt, am spaeteren Nachmittag, waren Badis – und Restaurants – am See recht bevoelkert, und es tummelten sich einige Schwimmer im Wasser.

Bis Kuesnacht paddelt man vor allem an mittleren und grossen Villen vorbei, mit prächtigen Rasenflaechen, auf denen man kaum je Leute sieht. Alles sehr gepflegt, aber unbelebt. Von Erlenbach an wird es vielfaeltiger,  kleinere und groessere Haeuser, alte und weniger alte, solche, die wunderbar gepflegt sind, andere, die etwas heruntergekommen aussehen. Die Ufer sind vielfaeltiger, es gibt auch Abschnitte, die fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich sind und entsprechend genutzt werden.

http://maps.google.ch/maps?q=Z%C3%BCrichsee,+Z%C3%BCrich&hl=de&ie=UTF8&ll=47.295298,8.64315&spn=0.123177,0.31414&sll=47.295531,8.641777&sspn=0.123176,0.31414&oq=Zuerichsee&hnear=Z%C3%BCrichsee&t=m&z=12

Aber auch in Erlenbach geht der Ausverkauf des Ufers, wie schon an anderen Orten, weiter, das schoene alte Restaurant Schoenau steht leer und wird demnaechst zu einer (weiteren) privaten Villa… Dabei missachtet man Gesetze und Rechtsprechung: etwa den im Raumplanungsgesetz enthaltenen Grundsatz, wonach See- und Flussufer freigehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden sollten…

Ich verzichte darauf, ueber weitere (unerfreuliche) Entwicklungen am Seeufer zu berichten. Trotz Allem ist es schoen, dem Ufer entlang zu paddeln. Dort, wo es weniger ueberbaut und kommerziell ist, gefaellt es mir jedoch besser. Gerne würde ich mal den oberen Zuerichsee erpaddeln (von Meilen bis Rapperswil), doch dafuer muesste ich das Boot aufs Auto laden –  somit braeuchte ich einen ganzen Tag Zeit.

Immerhin gibt es auch einigermassen gelungene Beispiele von Umnutzungen und Umbauten, etwa das Buerogebaeude, das auf dem ehemaligen Terlinden-Areal entstanden ist, unter Beibehaltung des hohen Kamins:

Kuesnacht, ex-Terlinden

Auf dem Rueckweg, etwa von Kuesnacht an, spuerte ich allmaehlich, wie das Paddeln weniger locker wurde. Meine Rumpfmuskeln machten schlapp und ich bekam zunehmend Muehe mit dem Sitzen. Sogar meine Arme (die ziemlich durchtrainiert sind) spuerte ich bereits ein wenig. Zudem hatte ich seit dem Fruehstueck nichts mehr gegessen und wenig getrunken, das machte sich ebenfalls bemerkbar.

Um so mehr genoss ich es dann, beim Trockenplatz angekommen, noch kurz im See zu schwimmen. Zuhause angekommen packte ich  nur noch das nasse Zeug aus, waermte die Reste von gestern auf – und sank, ziemlich erledigt, in meinen Sessel.

Yesterday, probably one of the last warm summer days here in Zuerich, I went from Zuerich to Meilen and back, with my kayak. That means about 25 km – without a break. As I was paddling alone it would have been difficult for me to take my kayak out of the water in most of the – more or less accessible – places. Besides in this part of the lake there are mostly private houses and mansions, so you don’t have many possibilities to “debark” anyway.

On the very last part of my way back a felt a lot of muscles, especially the trunk muscles… So after “clearing and grubbing” the kayak stuff I had a very lazy evening at home  😉

Advertisements

0 Responses to “Zuerich – Meilen – Zuerich”



  1. Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s




Email contact

esyned{at}gmx.ch

Blog Stats

  • 20,430 hits

Archive

Enter your email address to receive notifications of new posts by email.

Join 56 other followers