Land statt Wasser

Wie im letzten Beitrag erwaehnt, bin ich fuer knapp zwei Wochen in Deutschland. Einer der Gründe fuer den Aufenthalt: ich ueberlege mir schon einige Zeit, ein Vorspannbike anzuschaffen, am liebsten eines mit Elektrounterstuetzung. Dort wo ich wohne, gibt es ja kaum flache Strecken, ausser rund um den See herum, dafuer muss man aber mehrheitlich dort fahren, wo auch Autos fahren. Diese Strecke kommt eigentlich nur am Sonntag morgen in Betracht, wenn es wenig Verkehr hat. Und wenn ich mal eine andere Strecke fahren will, muss ich halt jeweils das Bike ins Auto laden, das funktioniert zwar ganz gut, bedeutet aber doch einen gewissen Aufwand. Einfach mal los fahren, von zu Hause aus, das waere schon schoen. Und nicht gross ueberlegen muessen, ob ich jetzt eine bestimmte Steigung schaffe oder nicht – respektive wie geschafft ich selbst dann sein werde…

Ausserdem kann ich mit meinem jetzigen Bike unterwegs nicht mal kurz einkaufen gehen oder ein Museum oder eine Veranstaltung besuchen – denn ich habe ja keinen Rollstuhl dabei, wenn ich mit dem  Bike unterwegs bin. Mit einem Vorspannbike, wie auf dem Foto, waere das jedoch gut moeglich, weil das abgekoppelt werden kann.

my wheelchair connected to adaptive bike (with bionX)

Da diese Dinger aber unglaublich teuer sind, will ein solcher Kauf gut ueberlegt und abgeklaert sein. Auch hoffe ich etwas guenstiger wegzukommen, wenn ich beim Hersteller einkaufe, da ich ja (leider) die Kosten dafuer selber uebernehmen muss. Ich habe bisher zwei (geeignete) Modelle getestet, dafuer muss jeweils zuerst das Rad mit der Elektrounterstuetzung  an meinen Rollstuhl angepasst werden, was Einiges an Montagearbeit bedeutet.

Ausserdem sollte ich demnaechst auch einen neuen Rollstuhl bestellen, und dafuer braucht es ebenfalls sorgfaeltige Abklaerung, die in meinem Fall zu Hause  nur bedingt moeglich ist. Da traf es sich gut, dass am vergangenen Mittwoch hier in Lobbach eine kleine Austellung verschiedener Rollstuhl- und Bikehersteller stattfand. Nuetzlich sind oft auch Gespraeche mit anderen Rollstuhlfahrern.

Natuerlich denke ich bei dem jetzigen schoenen Wetter daran, wie schoen es waere, jetzt auf dem Wasser zu sein. Leider ist ja die Paddelsaison in unseren Breitengraden, zumindest fuer mich, mit meinen Einschraenkungen, relativ kurz, etwa von Mai bis Oktober. Und fuer den Rest der Zeit moechte ich aber auch Moeglichkeiten zur selbstaendigen und lustvollen Fortbewegung. Darum investiere ich halt nun einen Teil meiner Ferien, um diese Fragen abzuklaeren.

Der zweite Grund des Aufenthalts in Deutschland: ich bin ja seit dem Unfall im November nur noch im Rollstuhl. Darum muss ich lernen, den Rollstuhl noch besser zu beherrschen – und bewusst genügend Ausgleich zum ständigen Sitzen zu machen. In der Mobilitaetswoche in der Sauerstiftung geht es um verschiedene Aspekte der Fortbewegung im Rollstuhl. Schwellen und Neigungen koennen ja rechte Hindernisse darstellen, wenn man im Rollstuhl ist. Wir lernen hier Techniken, wie man diese Hindernisse am besten ueberwindet – und wie man gleichzeitig dafuer sorgt, die belasteten Gelenke (Schultern, Ellbogen, Handgelenke) in moeglichst gutem Zustand zu erhalten. Dafuer gibt es Gymnastik- und Schwimm-, sowie Ausdauer- und Krafttrainings; das Ganze ist – aus verschiedenen Gruenden – zeitweise intensiver als mir lieb ist. Zum Einen bin ich die einzige Frau im Rollstuhl (die beiden anderen Frauen der Gruppe sind Fussgaengerinnen, Partnerinnen von zwei der Maenner), zum Anderen wuerde ich persoenlich ja einen etwas sanfteren Zugang zu den Gymnastikuebungen waehlen, so wie ich es z.B. aus den Feldenkrais-Uebungen kenne. Aber es gibt immer doch wieder gute Anregungen, sei es direkt vom Trainer, sei es im Gespraech mit den anderen Rollstuhlfahrern.

Two weeks in Germany, testing adaptive bikes and participating to a mobility training at the Sauer-Stiftung in Lobbach. Very intensive daily routines (the three other wheelchair users are men, I’m the only woman), but I hope to be able to apply what I’ve learned at home, in normal life.

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